Aktuelle Presseschau im Überblick.

taz, Thomas Hummitzsch, 8.11.2022

Übersetzungen postkolonialer Romane: Die andere Seite vom Stacheldraht

»Wie geht man da am besten vor? Bei der von Ilija Trojanow und Anette Grube übersetzten Tambudzai-Trilogie von Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga liegt die Lösung im Konzept. Ihre Hauptfigur Tambudzai Sigauke wächst Anfang der 1970er Jahre unter kolonialen Bedingungen in einem Dorf auf, erlebt als Heranwachsende zu Beginn der Achtziger das nationale Erwachen und kämpft als erwachsene Frau in den 1990ern mit Hunger, Diskriminierung und Sexismus.

Entlang der Bewegung der Romane „Aufbrechen“, „Verleugnen“ und „Überleben“ sind die Schauplätze Dorf, Schule und Stadt, die Themen Armut, Rassismus und Frauen sowie die Kampffelder Klasse, Hautfarbe und Gender angeordnet. So führt die zunehmend existenzielle Erzählung von den psychischen Deformationen des Kolonialismus bis zur physischen Bedrohung in der postkolonialen Gegenwart.«