Barfuß in Deutschland

»Ein Monat verging, ohne dass ich irgendetwas von dem sah, was ich mir von Deutschland erwartet hatte. Alles, was ich tat, war, meine Beine zu öffnen, zu schließen, zu weinen und das Ganze zu wiederholen.« 

Mutoni, eine junge, gebildete Frau aus Ruanda, beschließt nach dem Tod ihrer Mutter auszuwandern. Über eine ehemalige Mitschülerin erhält sie das Angebot, nach Hamburg zu ziehen und dort einen Mann zu heiraten. Voller Zuversicht und Hoffnung auf ein besseres und wohlhabenderes Leben begibt sie sich auf den Weg nach Deutschland. Doch bereits kurz nach ihrer Ankunft zeigt sich, dass ihre Erwartungen nicht erfüllt werden: Ihre Unwissenheit führt sie in die Zwangsprostitution. 

Doch selbst als es ihr gelingt, dieser Gewalt zu entfliehen und in Süddeutschland neue Wege einzuschlagen, bleibt ihr Leben in der ungewohnten und fremden Umgebung voller Demütigungen und Herausforderungen. Die Erfahrungen, die sie als Schwarze Migrantin in Deutschland alltäglich macht, führen sie schließlich zu einer unerwarteten Entscheidung.

Tete Loeper gelingt in ihrem Buch eine starke und ergreifende Innensicht der Protagonistin, die verdeutlicht, wie schwer es ist, in Deutschland anzukommen und Fuß zu fassen. Dabei wird die Konfrontation mit Vorurteilen, die Negierung einer persönlichen Identität und die Enttäuschung eindrücklich nachvollziehbar, die viele Migrant*innen erleben, wenn ihre idealisierten Vorstellungen an der Realität scheitern. Darüber hinaus zeigt sie aus der Perspektive einer ruandischen Frau den Alltagsrassismus in Deutschland auf.

»Diese Stimmen, diese Sichten braucht eine Gesellschaft, wenn sie in Zukunft ein besseres Miteinander mit weniger Ressentiments und Rassismus leben will.« Hans Hofele, cultureafrica.net

ISBN 978-3-949545-11-5 
ca. 190 Seiten, Klappenbroschur
€ 18,00

Erscheinungstermin: 7. März 2022