Mist, die versteht mich ja! – In den Medien

Florence Brokowski-Shekete in der Landesschau Baden-Württemberg am 17.9.2020

Florence Brokowski-Shekete erzählt über das Leben einer Schwarzen in Deutschland

Florence Brokowski-Shekete erzählt über das Leben einer Schwarzen in Deutschland

„Mist, die versteht mich ja!“, so lautet der Titel ihrer Autobiografie. Es ist die Geschichte einer schwarzen Deutschen, wie sie sagt und die Lebensgeschichte einer starken Frau. Als Zweijährige kam sie nach Deutschland, zurück in Nigeria fühlte sie sich fremd. Erst in Heidelberg, wo es multikulti zugeht, hat die Schulamtsdirektorin in Mannheim nicht mehr das Gefühl, anders zu sein. Im Landesschau-Studio erzählt Florence Brokowski-Shekete, wie sie heute mit neugierigen Fragen umgeht und was sie nur noch mehr anstachelt.
Aus der Sendung vom Do, 17.9.2020 18:45 Uhr, Landesschau Baden-Württemberg, SWR Fernsehen BW

Podcast „Mensch Mannheim“ mit Florence Brokowski-Shekete

Warum sich Schulamtsdirektorin Florence Brokowski-Shekete von Rassismus nicht aufhalten lässt

Foto © Bernhard Zinke

19. September 2020 Autor: Karsten Kammholz 

Sie ist Schulamtsdirektorin am Staatlichen Schulamt Mannheim. Sie war Lehrerin, Rektorin, sie ist auch Coach und Buchautorin: Florence Brokowski-Shekete. In der neuen Folge des MM-Podcasts „Mensch Mannheim“ spricht Brokowski-Shekete allerdings über ihr Schwarzsein und was ihr im Alltag wegen ihrer Hautfarbe widerfährt. Sie ist überzeugt: Menschen, die ihre Wurzeln nicht in Deutschland haben, brauchen mehr Vorbilder.

Auf der Suche nach den Wurzeln

„Wer kann nachvollziehen, wie es sich anfühlt, zum Beispiel mit einer anderen Hautfarbe in einer Klasse zu sitzen?“, fragt sie in dem Gespräch. Bei Lehrkräften, die auch andere Wurzeln hätten, ist dies ihrer Meinung nach der Fall. Im Umgang mit Rassismus spricht die Schulamtsdirektorin von einer „lernenden Gesellschaft“. Es gebe auch noch institutionellen Rassismus, „egal, wo man hinguckt“.

Brokowski-Shekete hat nigerianische Wurzeln, wurde aber in Hamburg geboren. Sie wuchs in Buxtehude bei ihrer Pflegemutter auf, lebte jedoch auch einige Zeit mit ihren leiblichen Eltern in Nigeria. „Da fühlte ich mich fremder und ausgegrenzter als in Buxtehude“, erinnert sie sich.

Zurück in Deutschland war ihr klar, dass sie bleiben wolle. Für sie sei Heimat da, „wo ich mich wohlfühle. Wo Herzenswärme ist, wo Liebe ist, da ist für mich Heimat.“

Beleidigung im Alltag

Über das Thema Rassismus wollte sie viele Jahre nicht sprechen. Erst jetzt, auch über das Schreiben eines Buches, habe sie ihre Haltung dazu geändert. Zu Beginn ihrer Berufstätigkeit als Lehrerin habe sie oft Anfragen von Medien erhalten. Sie habe sich aber nicht unterstellen lassen wollen, in den Medien über ihre Hautfarbe zu sprechen und dies als Katalysator für ihre Berufstätigkeit, ihre Karriere zu nutzen. „Das wollte ich nicht. Ich wollte gesehen werden als Lehrerin, die ihre Arbeit machen kann, die kompetent ist“ und mit ihren Schülern und Lehrern gut umgehen könne.

Rassismus gehört nach wie vor zu ihrem Alltag. Sie empfinde es etwa als beleidigend, wenn man ihr – auch wildfremde Menschen – in die Haare fasse, „was bis heute vorkommt“.
© Mannheimer Morgen, Samstag, 19.09.2020

Hier gibt es den ganzen Podcast zum Nachhören.

Artikel aus der Schwetzingen Zeitung am 02.09.2020:

Hier der Link zum Nachlesen.

Artikel im Mannheimer Morgen am 2.9.2020: