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Abdellah Taïa, Astrid Bührle-Gallet

Die Bastion der Tränen

€22.00

 2026.Aus dem Französischen von Astrid Bührle-Gallet

Melancholisch und vielschichtig – Abdellah Taïa über eine verlorene Kindheit in Marokko

Nach dem Tod seiner Mutter kehrt Youssef, ein schwuler Lehrer, der seit über einem viertel Jahr-hundert im französischen Exil lebt, auf Wunsch seiner Schwestern nach Marokko zurück, um sein Erbe zu regeln. Diese Rückkehr entwickelt sich für ihn zu einer emotional aufwühlenden Reise. Er wird mit Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend konfrontiert: die Nähe zu seinen Schwestern, die Spannungen und Brüche innerhalb der Familie und vor allem an Najib – seinen Jugendfreund und Liebhaber, dessen Leben tragisch endete.

Während Youssef durch die Straßen von Salé wandert, rücken die prägenden Erfahrungen seines Aufwachsens wieder in sein Bewusstsein: Armut, Gewalt und die soziale Ausgrenzung aller, die – wie er selbst – den gesellschaftlichen Erwartungen nicht entsprechen.

Der Roman endet an der Bastion der Tränen, der alten Stadtmauer von Salé, einem Ort, an der individueller Schmerz und generationsübergreifendes Leid zusammenkommen. Hier steht Youssef vor einer existenziellen Entscheidung: sich seinem Schmerz zu ergeben, zu vergeben – oder den Weg der Rache zu wählen, wie Najib.

»›Die Bastion der Tränen‹ ist ein Roman von enormer Intensität, klug komponiert, sprachlich bestechend und politisch unerschrocken. Er ist schmerzhaft, aber nie selbstgefällig; wütend, aber nie blind- und vor allem eine eindringliche Einladung, das OEuvre von Abdellah Taïa weiterzuentdecken.« Jojo Streb, queer.de

DIE BESTEN BÜCHER 2026: EMPFEHLUNGEN FÜR DEN MAI, Platz 3 für »Die Bastion der Tränen«: »Es geht um die Gemeinschaft im Leid […] Der seit 1998 in Paris lebende marokkanische Schriftsteller Abdellah Taïa hat sich 2006 öffentlich geoutet und gilt als erster offen schwuler Autor seines Landes. In dem stark autobiografisch geprägten und so eindringlichen Roman lässt er die Zeitebenen zusammenlaufen, er baut seine Prosa aus Dialogfragmenten, und am Ende steht er mit Youssef am Ozean. ›Jetzt musste ich eine Entscheidung treffen. Vergeben? Oder nicht?‹« Kulturnews

»Taïas Prosa zielt ebenso auf Sinnlichkeit wie auf Effekt. Eben wehte noch der Duft von Orangenblüten und Eukalyptusblättern durch die Luft, dann dringt einem schon der Angstschweiß des geschundenen Jungen in die Nase. In einem Moment besingt er den Hammam als magischen Ort, im nächsten schildert er, wie brutal und schamlos sich dort die alten, frommen Männer an Kinder vergehen können, ohne von irgendjemandem in die Schranken gewiesen zu werden.«Thekla Dannenberg, Perlentaucher

Vielfach ausgezeichneter Roman: Shortlist Prix Goncourt 2024, Gewinner des Prix Décembre 2024, Gewinner des Prix Goncourt des Lycéens in Belgien 2024 und des Prix de la Langue française 2024.

 

© Aberrahim Annag

Abdellah Taïa (* 1973 in Salé) ist ein offen homosexuell lebender marokkanischer Schriftsteller, Journalist und Filmemacher. Nach seinem Literaturstudium an der Universität Mohammed V. in Rabat zog er 1998 nach Paris, wo er seine literarische Karriere startete. Er hat bisher elf Romane veröffentlicht. Taïas Werke beschäftigen sich mit Themen wie Identität, Migration und Sexualität und spiegeln seine eigenen Erfahrungen als Homo­sexueller in einer konservativen Gesellschaft wider. Durch seine offene Haltung und seine literarische Stimme gilt er als ein wichtiger Vertreter der zeitgenössischen frankofonen Literatur Nordafrikas. Derzeit lebt er in Paris. Die Bastion der Tränen war 2024 für den Prix Goncourt nominiert und gewann im selben Jahr sowohl den Prix Décembre als auch den Prix Goncourt des lycéens in Belgien. 

© privat

Astrid Bührle-Gallet (*1978) in Stuttgart, studierte Französisch und Kunsterziehung. 2006 kam sie als Deutschlektorin nach Lyon und unterrichtete dort an mehreren Hochschulen. Heute arbeitet sie als Literaturübersetzerin und Malerin. 2024 gewann sie mit ihrer Übersetzung von Möge der Tigris um dich weinen den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Neue Talente. Aktuell ist sie mit Badjens nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2026.

Erscheinungstermin: 25. Febraur 2025

 

Seiten: 188
Reihe: welt bewegt